Starke Teamleistung bei GTWS und Berglaufklassiker

Das vergangene war eines dieser großen Wochenenden im Jahr, an dem wir nicht wissen, wo wir mit unserem Bericht über die großartigen Leistungen unseres Teams beginnen sollen. Es war ein intensives Wochenende, das uns stolz machte und erneut zeigte, wie sehr unsere Athleten bereit sind, alles zu geben.
5 spannende Bewerbe und 14 verschiedene Athleten waren in 4 Teams in Italien, Österreich und der Schweiz unterwegs. Es war alles dabei, was den Laufsport so abwechslungsreich macht: flache, schnelle Straßenkilometer, lange Traildistanzen und viele Höhenmeter mit Steigungen bis zu 30%. 

Freitag 31.7.26
La velocissima 5 Km, Imperia, Italien
Die Ligurische Hafenstadt Imperia, östlich von San Remo lud zu einem schnellen 5 Km Lauf mit starker Besetzung. Trotz abendlicher Startzeit um 20:00 Uhr war die Hitze des Tages noch kaum abgekühlt. Unsere beiden jungen Läufer Alex Mosolua MUTUTUA und John Kareithi KARIUKI, die ihre ersten internationalen Wettkampferfahrungen machen, stellten sich dieser Aufgabe. Und das mit beeindruckenden Leistungen. Beide trotzten der Hitze und bestimmten das Tempo. Mit einem Kilometerschnitt von 2:51 überzeugte John mit ausgezeichneten 14:16 und seinem 2. Sieg auf europäischen Boden. Alex erreichte mit 14:47 als 3. ebenfalls das Podium. 

Ergebnisse La Velocissima

Photo Credit: Imperiapost.it
Doch die Reise der beiden war noch nicht zu Ende. Am Samstag stießen mit ihren Kollegen zusammen, die auf dem Weg in die Schweiz waren.

Samstag 1.8.26
Pitz Alpine Glacier Trail, Österreich, GTWS
Zum 2. Mal nach 2025 war Mandarfen am Talende des Pitztals Austragungsort eines GTWS Rennens. Im vergangenen Jahr musste die Strecke aufgrund eines Schlechtwettereinbruchs mit Schnee im oberen Streckenteil von 24 Km auf knapp 20 Km verkürzt werden. In diesem Jahr war Schnee kein Thema, die Gewitterwarnung für den Nachmittag sollte keinen Einfluss auf den Rennablauf nehmen.
Es war die 4. Station der GTWS, die einzige in Österreich. Mit der hochalpinen Höhenlage – der höchste Punkt der Strecke lag auf über 2.800m Seehöhe -, den ungnädigen Steigungen bis zu 30% und dem höchsttechnischen Downhill zählt dieser Kurs wohl zu den Schwierigsten der Serie. 

Der Streckenverlauf verlangte alles, was einen kompletten Trailläufer ausmacht. Die 5km lange flache Schleife, die zu Beginn und am Ende des Rennens zu absolvieren war, benötigte Schnelligkeit. Zwei sehr steile Anstiege, nur durch einen kurzen, flachen Abschnitt am Rifflsee unterbrochen, waren aufgrund ihrer Steilheit extrem hart. Der anschließende ebenso steile und sehr technische Downhill erforderte höchste Konzentration und Koordination. Und die oben erwähnte flache Abschlussschleife sollte das Rennen bis zur Ziellinie spannend machen.
In Zahlen bedeuteten dies 23,5 Km mit im wahrsten Sinne atemraubenden 1.700 Hm. Die Damen starteten eine halbe Stunde vor den Herren.

Mit Ruth Mwihaki GITONGA kam unsere stärkste Dame nach Tirol, die dieses Jahr schon mehrfach ihre Stärke unter Beweis stellen konnte. Für Miriam CHEPKIRUI, die beim Großglockner Mountain Run als 4. nur knapp das Podium verpasste, war es der erste Einsatz bei der GTWS. Sie wollte in diesem Rahmen zeigen, dass man auch sie auf der Liste der Topläuferinnen haben muss.
Bei den Herren waren wieder Patrick KIPNGENO, Michael Selelo SAOLI und Ephantus Mwangi NJERI angereist. Alle drei waren vergangenes Jahr schon in Mandarfen am Start. Patrick „kassierte“ letztes Jahr sein erstes DNF, keine Frage, dass er dies richtig stellen wollte. Saoli belegte letztes Jahr Platz 4, Ephantus den 9. Rang.

Alle Fotos: ©GoldenTrailSeries – Pitz Alpine Glacier Trail – Koastal Forest

Im Damenrennen waren unsere beiden Damen mit der Rumänin Florea bis zum Rifflsee gleich auf, ehe sich die Rumänin im zweiten Anstieg von Ruth absetzen konnte. Eine Lücke zu Miriam ging auf, ihre dritte Position hielt sie mit einer starken Uphillleistung. Ruth konnte den Abstand im langen Bergabteil und später auch im Flachen zu Florea nicht mehr schließen und erreichte ein großartigen 2. Platz! Die Britin Lang, die die schnellste Downhillzeit hinlegte, kam noch knapp an Ruth heran. Miriam stürzte bergab, knickte um und büßte zwei Plätze ein. Wir sind sehr stolz auf unsere Damen, die ein fantastischen Ergebnis erzielten!

Das Herrenrennen war nicht minder spannend. Kenia gegen Marokko hieß erneut das Motto um den Sieg. Nach der ersten Schleife gingen unsere Herren mit Elazzaoui in den ersten Anstieg. Patrick und Saoli zeigten ihre Aufwärtsstärke, Saoli baute kurz vor dem Rifflsee einen kleinen Vorsprung auf die Gruppe auf. Ephantus hielt mit. Am Ende des Sees übernahm der Marokkaner jedoch die Führung, die er bis zum höchsten Punkt ausbaute. Ähnlich wie bei den Damen gab auch er seine Führung nicht mehr her und war der kompakteste Läufer an diesem Tag. Saoli als 2. erreichte seine beste GTWS Platzierung, Patrick als 3. rundete ein großartiges Ergebnis ab. Ephantus, der als 4. in die letzte Schleife ging, hatte nicht mehr die nötige Kraft und verlor leider 5 Plätze. Als 9. egalisierte er sein Vorjahresergebnis. Nach kurzer Enttäuschung im Ziel richtete er aber seinen Fokus schon auf das nächste Rennen.
run2gether gewann zudem zum ersten Mal die Teamwertung bei den Damen und den Herren!

Ergebnisse GTWS Pitz Alpine Glacier Trail

Samstag 1.8.26 und Sonntag 2.8.26
Ein Doppelpack-Wochenende erwartete Gloria CHEBET und Elijah Kamau KARIUKI, die schon im Vorjahr an den traditionsreichen Läufen in der norditalienischen Gemeinde Malonno am Start waren. Seit 2018 kommen wir hierher, mehrere Siege und Podestplatzierungen in den zwei Bewerben dürfen wir schon unser nennen. Am Samstag findet immer der Vertical Piz Tri mit 3,5 Km mit knackigen 1000 Hm und am Sonntag der eigentliche Hauptbewerb, der Fletta Trail über die Halbmarathondistanz mit 1100 Hm statt. Schon mehrmals war diese Veranstaltung Teil des WMRA Weltcupkalenders, in diesem Jahr war allerdings „Pause“.

Photo Credit: Mountainrunning

Samstag, 1.8.26
Piz Tri, Malonno, Italien
Wer sich die Mühe macht, das Ziel auf 1.820m Seehöhe zu erklimmen, erfährt den wahren Spirit dieses Laufs. Denn der letzte ca 150 m lange und extrem steile Hang zur Ziellinie hinauf, ist selbst zum Stehen und Sitzen eine Herausforderung. Der Stimmung macht das aber keinen Abbruch, es wird lautstark angefeuert. Die Läufer absolvieren den Steilhang mit Zuhilfenahme der Hände. Wer den Lauf gewinnt, hat fast schon Heldenstatus.
Bei den Damen war der Sieg in den letzten 8 Jahren fest in österreichischer Hand, Andrea Mayr war unbezwingbar. In diesem Jahr wurde sie von der Italienerin Ghelfi abgelöst. Gloria, deren Stärke mehr in den längeren Up- and Down Distanzen liegt, belegte den soliden 7. Platz.
Den Sieg bei den Herren holte sich der Lokalmatador Amonod, der zuletzt 2021 erfolgreich war. Elija, vergangenes Jahr an 7. Position, konnte dieses Jahr mit dem 3. Platz überzeugen.

Sonntag 2.8.26
Fletta Trail, Malonno, Italien
Die Gemeinde Malonno lebt diese Laufveranstaltung mit großer Begeisterung. Entlang der Strecke, die durch mehrere kleinere Ortschaften führt, wird lautstark angefeuert und Stimmung gemacht. Dreimal bei den Herren und zweimal bei den Damen waren wir beim Halbmarathon schon erfolgreich, bei den Herren sind wir auch für den aktuellen Streckenrekord (1:24:22) verantwortlich.
Gloria kam als Titelverteidigerin zurück an die Strecke. Vom Start weg übernahm sie die Führung, machte Druck und konnte schließlich mit 2 1/2 Minuten Vorsprung erneut den Sieg beim Fletta Trail erreichen.
Dem Vorjahreszweiten Elija gelang das gleiche Kunststück. Mit viel Selbstvertrauen vom Vortag gestärkt, lief er nicht nur eine Minute schneller, sondern auch zum ersten Mal als Sieger über die Ziellinie.

Ergebnisse Piz Tri und Fletta Trail

Sonntag 2.8.26
Thyon – Dixence, Schweiz
Unser 7-köpfiges Team, verstärkt durch die beiden 5 Km Läufer vom Freitag John und Alex, war Samstagabend in Thyon angekommen. Der Lauf vom Start in Thyon bis zum Staudamm Dixence verläuft auf der gesamten Strecke über einer Meereshöhe von 2.000 m. Bei den 16 KM bis ins Ziel waren 700 positive Höhenmeter zu überwinden. Mit 1.400 Teilnehmern war der Bewerb ausverkauft. Wir kamen erstmals 2014 nach Wallis und blickten auf bisherige 7 Herren- und 5 Damenerfolge zurück. 
Nur 2 unserer diesjährigen Athleten war die Strecke bekannt. Philemon Ombogo KIRIAGO kam bereits zum 4. Mal nach Thyon, seine Bilanz: 2 Siege und ein 2. Platz. Geoffrey Githuku CHEGE erreichte im Vorjahr einen Top 10 Platz. 

Für unsere neuen Mitglieder John Kareithi KARIUKI und Alex Mosolua MUTUTUA bei den Herren und Jedidah Chepkemoi SANG und Lucy Wangari WAINAINA war es die Premiere.

Bei den Damen war Jedidah eine Klasse für sich und ließ ihre Konkurrentinnen mit 3 1/2 Minuten Rückstand hinter sich. Lucy erreichte hinter einer weiteren Kenianerin den starken 3. Platz. Bei den Herren ging der Sieg wieder an Philemon, der seine starke Form bestätigte und zwei weitere Landsmänner auf die Plätze 2 und 3 verwies. Josphat belegte den 5., John den 8., Alex den 15. und Githuku den 28. Platz.

Ergebnisse Thyon-Dixence

Mit 5 Siegen und 6 Podestplätzen im Gepäck kehrten alle 14 Athleten wieder gut nach Kals am Großglockner zurück. Am kommenden Wochenende finden wieder 3 Schweizer Bewerbe mit run2gether Beteiligung statt, darunter ein Saison-Höhepunkt: der Trail-Klassiker Sierre-Zinal!

Euer run2gether Team

Weitere Beiträge

run2gether und die Formel 1

Hier erfährst du was unser Verein, unsere Eliteathleten und nicht zuletzt unser Obmann Thomas KREJCI mit der weltweit größten Rennserie