Siege sind nie eine Selbstverständlichkeit, auch wenn unsere Team schon viele erreichen konnte. Dahinter verbirgt sich harte Arbeit, ein professionelles Umfeld, gesunde Ernährung, ein positives Mindset und gaaaanz viel Training.
Ein Großaufgebot an run2gether Läufern machte am vergangenen Wochenende der Schweiz seine Aufwartung. 13 unserer 20 derzeit in Kals am Großglockner stationierten kenianischen Athleten, waren in 3 Teams ausgeflogen, um in den Kantonen Bern, Wallis und Graubünden um Siege und Podestplätze zu kämpfen. Eine österreichische Meisterschaft rundete dieses bewegende Wochenende ab.
Glacier 3000, Schweiz
Den mondänen Ort Gstaad im Berner Oberland verbindet man zwangsläufig mit charmanten Chalets und viel Prominenz. Wo im Winter Wintersport im Vordergrund steht, tummeln sich im Sommer unter anderem gut 1000 Läufer, um beim Galcier 3000 das Ziel auf dem Scex Rouge auf 2.950m Seehöhe zu erreichen. Gestartet wurde auf 1.050m direkt in Gstaad. Die Strecke, die es zu bewältigen galt: 26,2 Km mit 2.015 Hm +/115 -.
Die ersten 15 Km verliefen noch relativ moderat mit einer Steigung von nur 300 Höhenmetern, ehe es im zweiten Teil richtig zur Sache ging, denn auf den verbleibenden 11 Km waren noch 1.600 Hm „übrig“. Das wechselnde Gelände mit groben Steinen und Schneefeldern, sowie die Höhe machten den Lauf besonders herausfordernd.

Bei unseren bisherigen 9 Teilnahmen konnten unsere Herren dreimal ganz oben am Podest stehen, das letzte Mal 2022. Und dennoch gab es eine Premiere, denn mit Gloria CHEBET entsendeten wir unsere erste Dame zu diesem Rennen. Begleitet wurde sie von ihrem Kollegen Elijah Kamau KARIUKI, der in dieser Saison bei seinen Bewerben stets am Podium zu finden war, zuletzt als Sieger des Fletta Trails in Italien. Auch Gloria war bei demselben Lauf siegreich und zeigt eindeutig ansteigende Form.






Bei großartigen Bedingungen sollten beide diesem Lauf ihren Stempel aufdrücken und für klare Verhältnisse sorgen. Beide liefen souverän und bauten den Vorsprung auf den Rest des Feldes kontinuierlich aus. Am Ende überquerten sie als Erste die Ziellinie auf der Terrasse der Bergstation. Beeindruckend waren auch die Zeitabstände: Gloria hatte 5 und Elija knapp 15 Minuten Vorsprung auf die jeweiligen Verfolger. Für beide war dies der bisher längste Bewerb mit so vielen Höhenmetern. Dementsprechend glücklich, zufrieden und aber auch müde waren sie nach dem Rennen.
Nur knapp 1 1/2 Stunden und gut 100 Km von Gstaad entfernt, ging ein besonderer Saisonhöhepunkt über die Bühne. Im Kanton Wallis fand der 53. Klassiker von Sierre nach Zinal statt. Die beiden größten Berg- und Traillaufformate, die GTWS und der WMRA Berglaufweltcup, vergaben Punkte für ihre Serien. Nach Station 4 im Pitztal die Woche zuvor, war es das zweite GTWS Rennen innerhalb von 7 Tagen.
Sierre Zinal, Schweiz, GTWS + WMRA Weltcup
Die Spannung und Vorfreude unseres Teams auf diesen Bewerb war schon in den letzten Tagen spürbar. Der Lauf der fünf 4000er (Weisshorn 4.506m, Matterhorn 4.478m, Dent Blanche 4.357m, Zinal Rothorn 4,221m, Obergabelhorn 4.063m) hat nicht nur in der Schweiz einen großen Stellenwert, sondern ein Sieg bei diesem Rennen krönt mitunter eine Läuferkarriere.
Seit 2015 kommen wir nach Sierre, in diesem Jahr bereits zum 10 Mal. 2 Siege bei den Herren (2023, 2025) durch Philemon und 3 Siege bei den Damen kürten bisher unsere Bilanz. Die Streckenrekorde (Damen 2:49:20 und Herren 2:25:34) klingen nach Fabelzeiten, wenn man die Streckendaten liest: 31,1 Km und 2.133 Hm. Dennoch waren wir bei den Herren schon äußerst knapp am Rekord dran, nur 2 Sekunden fehlten. Verantwortlich dafür war Philemon Ombogo KIRIAGO, der als Titelverteidiger in die Schweiz kam. Nach seinem ersten Sieg 2023, wurde er 2024 nur um 2 Sekunden von Kilian Jornet geschlagen, der diesen Rekord sein eigen nennt. Nach seinem zweiten Sieg 2025 zählte Philemon zum engeren Favoritenkreis. Diesem gehörten selbstverständlich auch Patrick KIPNGENO und Michael Selelo SAOLI an, die beide im Pitztal hervorragende Podestplätze erreichten. Patrick konnte schon 3 mal auf dem 2. und einmal auf dem 3. Platz finishen. Ein Sieg auf dieser Strecke fehlte ihm allerdings noch. Saoli überzeugte vergangenes Jahr als Dritter. Verstärkt wurden die drei noch durch Ephantus Mwangi NJERI und Richard Omaya ATUYA. Bei den Damen waren wir mit Ruth Mwihaki GITONGA und Miriam CHEPKIRUI, der 2. und 5. Platzierte aus dem Rennen im Pitztal, vertreten.




Erstmals wurde das Damenrennen eine halbe Stunde vor den Herren gestartet. Die Veranstalter wollten damit einen annähernd zeitgleichen Zieleinlauf ermöglichen. Die Temperaturen waren beim Start am späten Vormittag schon auf nahezu 30° C geklettert.
Im Damenrennen überraschte die Britin Goodrum, amtierende Europameisterin im Uphill, mit einem schnellen Start, sie kam als Führende aus dem extrem langen Uphill. Miriam lief mutig im steilen Anstieg, ebenso blieb Ruth bei den Verfolgerinnen. Für beide war dieser Bewerb eine Feuertaufe was Streckenlänge und Topographie betraf.
Die Rumänin Madalena Florea, in grandioser Form, ließ Goodrum hinter sich und machte nach ca. 20 Kilometer das Rennen klar. Sie holte sich ihren ersten Sierre-Zinal Sieg. Mit der Kenianerin Kimutai und Goodrum war das Podium vergeben. Unsere beiden Damen konnten im Bergabteil noch Plätze gut machen, der 7. Platz für Ruth und der 9. für Miriam reichten für ein sehr zufriedenstellendes Top 10 Debüt bei Sierre Zinal!


Das Herrenrennen entwickelte sich zu einem spannenden 2 1/2 Stunden Krimi. Der Brite Adkin kam überraschend als Führender bei der Verpflegungsstation Chandolin durch. Nur knapp dahinter Philemon, Patrick und Richard, der seine Uphillstärke nutzte. Saoli startete verhalten und war nur auf Platz 9 zu finden, Ephantus nicht in den Top 10.
Philemon und Patrick konnten den Briten schließlich hinter sich lassen und wechselten sich in der Führungsarbeit ab. Von hinten zündete Saoli seinen Turbo und begann sich nach vorne zu laufen. Richard hielt bis zum Beginn des Downhills vorne gut mit, eine Topplatzierung hatte er vor den Augen. Philemon, der derzeit stärkste Läufer aus unserem Team, ließ die Entscheidung bis zum Bergabstück offen. Auf den letzten schwierigen Kilometern ins Ziel ließ er sich aber seinen 3. Sieg nicht mehr nehmen. Patrick fehlte letztlich nur eine halbe Minute auf den Sieg. Saoli überholte Läufer für Läufer und stürmte als Dritter ins Ziel! Ein Traum wurde wahr, denn mit dem 3-fach Sieg von Philemon vor Patrick und Saoli wiederholte sich das Gänsehauterlebnis des Vorjahrs! Richard konnte endlich als 9. ein Top 10 Ergebnis ins Ziel bringen. Allerdings war es nicht der Tag von Ephantus, der leider nur als 46. das Ziel erreichte.






Eine fantastische Einzel- und Teamleistung, auf die wir unendlich stolz sind! Großartige Emotionen konnten wir im Ziel sehen. Neben Gold, Silber und Bronze wurde run2gether erneut als bestes Team in der Wertung geehrt.
Photo Credit Sierre Zinal: © GoldenTrailSeries® – Sierre Zinal – Koastalforest

Als letzte Gruppe waren noch 4 weitere Athleten am Sonntag in St. Moritz am Start.
Engadiner Sommerlauf, Schweiz
Der Engadiner Sommerlauf ist Teil des St. Moritz Running Festivals, das seit diesem Jahr von einem neuen Organisationsteam geleitet wird. Seit letztem Jahr gab es eine neue Streckenführung, die am vergangenen Sonntag die Teilnehmer über 22,9 Km und 297 positiven Hm führte. Gestartet wurde in Sils, das Ziel war am St. Moritzer See aufgebaut.
Unser Team war mit den beiden Routiniers Geoffrey Githuku CHEGE (6. Teilnahme) und Dennis Cox LOPUA (4. Teilnahme) vertreten, begleitet von den beiden jungen Athleten Collins KIPLANGAT und Jedidah Chepkemoi SANG, die zum ersten Mal im Engadin zu Gast waren. Githuku war der Titelverteidiger, Dennis brachte die Erfahrung von seinen mehrfachen Podestplätzen mit. In diesem Jahr war Collins noch keine so lange Distanz im Rennen gelaufen, Jedidah sollte der schnelle, flache Teil der Strecke liegen.
Schon nach wenigen Kilometern setzte sich Collins von seinen Kollegen ab, nach 13 Km war Githuku als 2. deutlich vor Dennis, dem allerdings der Niederländer Schröer von hinten auflief. Vorne bei Collins und Githuku blieb das Ergebnis bis ins Ziel unverändert. Collins ließ seinen Kollegen Githuku 1:46 Minuten hinter sich, dieser sicherte sich den 2. Platz. Dennis verlor Platz 3 an den Niederländer und überquerte als 4. das Ziel.
Bei den Damen musste Jedidah jeden Meter der knapp 23 Km alleine laufen, keine andere Dame konnte ihrem Tempo folgen. Mit knapp 2 Minuten Vorsprung machte sie den nächsten Sieg für unser Team komplett. Auch diese Teamwertungen konnten wir für uns entscheiden.
Ergebnisse Engadiner Sommerlauf








Mit 5 Siegen und drei Podestplätzen im Gepäck kamen die drei Gruppen wieder gut nach Kals zurück. Nun gilt es gut und schnell zu regenerieren. Die GTWS macht nun Pause, ehe sie Mitte September für 2 Wochen nach Asien übersiedelt. Der WMRA Weltcup wird Anfang September in Italien fortgesetzt.
Österreichische Staatsmeisterschaften im Traillauf Classic
Die österreichische Traillauf-Elite traf sich am vergangenen Wochenende im Tiroler Zillertal. Die Classic-Strecke führte über 17,5 Km und 1.250 positiven Höhenmetern. Der Rundkurs mit Start und Ziel in Hochfügen folgte dem Weg über den Loassattel zum Gipfel des Gilfert, dann weiter über den Lamar Hochleger zurück zum Ausgangspunkt. Die Meisterschaften wurden im Rahmen des Hochfügen Hightrail Festivals ausgetragen.
Wendelin MÖRTENDORFER war unser run2gether Vertreter am Start und kam mit der anspruchsvollen Strecke sehr gut zurecht. Nach 1:38:31 überquerte Wendi als Zweiter die Ziellinie und krönte sich zum Vizestaatsmeister! Nur Hans Peter Innerhofer war schneller. Wir gratulieren herzlich!


Photo Credit: @joshua_gutw
Euer run2gether Team

