Daniels Weg nach Frankfurt – Teil 3

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Das letzte lockere Auslaufen heute früh ist vorüber und kräftig gestärkt nach dem Frühstück steht das“Technical Meeting“ für alle Eliteathleten unmittelbar bevor. Eine tolle Stimmung, derart viele Topläufer auf einem Fleck zu sehen. Daniel hat gut geschlafen, ein Anruf seiner Lebensgefährtin Sarah in aller Früh machte ihn sichtlich glücklich und nun heisst es die letzten Stunden relaxend, mit viel Trinken und Schlafen bestmöglich zu verbringen.

Nach 2 Sommern auf der Turracher Höhe war es für ihn 2013 an der Zeit sich auf größere Bewerbe im Frühjahr und Herbst zu konzentrieren. Wir ermöglichten ihm im Februar einen Start beim hochkarätig besetzten RAK Halbmarathon, wo er seine 61er zeit der Wachau bestätigte und in persönlicher Bestzeit von 61.10 den 9. Platz belegte. Im April folgte ein weiterer Start beim Prag Halbmarathon, eine seiner Lieblingsstrecken und Veranstaltungen. Die persönlichen Erwartungen waren hoch, auch aufgrund leichter Muskelprobleme mußte er sich allerdings mit 62.27 und Platz 11 zufrieden geben. Sein erster großer Sieg schließlich beim 1. Karlovy Vary Halbmarathon in Tschechien Ende Mai. Nach Platz 5 beim Kärntenläuft war er beim Herbstklassiker, dem Wachau Halbmarathon bis km 19 ganz Richtung Sieg unterwegs, ehe er auf den letzten Kilometern noch eingeholt wurde und sich schließlich mit dem für ihn enttäuschenden Platz 4 in 61.27 zufrieden geben mußte. Eine Woche später folgte noch eine 62.27er Zeit in udine quasi als Draufgabe und Bestätigung seiner Konstanz. Beeindruckend im Jahr 2013 aber seine Konstanz über die Halbmarathondistanz mit Zeiten durchwegs zwischen 61 und 62 Minuten. Intern hatten wir vereinbart, dass ein Wechsel auf die volle Marathondistanz erst nach Brechen der 60min Schallmauer beim Halbmarathon ein Thema wird. Im Frühjahr 2014 dann abermals eine 61er Zeit am Lago Maggiore und dann sein großer Auftritt beim dritten Antreten in Prag Anfang April. Er lief vom Start weg ein konzentriertes und fokussiertes Rennen in der Spitzengruppe, kämpfte bis zum Schluss um eine Topplatzierung und erreichte schließlich in beeindruckenden 59.58 den 3. Platz! Ein ganz entscheidender Schritt in seiner bisherigen Karriere. Seine Starts im Mai und Juni waren nicht ganz wie erhofft, Magenprobleme bereiteten ihm immer wieder Probleme und so war sein eindrucksvoller Sieg beim Wachau Halbmarathon in 60.38 Mitte September eine wichtige Bestätigung seines Weges. Und dieser Weg führt ihn nun an den Start seines ersten Marathons.

Warum Frankfurt? Seit beginn seiner Karriere sucht Daniel den Vergleich mit den Besten. So waren seine Starts in Prag bis 2013 zwar nicht von guten Platzierungen und Preisgeld gesegnet, der Vergleich mit den Besten der Welt gab ihm aber zusätzliche Motivation. Ähnlich auch seine Einstellung und sein Wunsch für sein Marathondebüt. Sein Wunschmarathon unmittelbar nach seiner Leistung in Prag war Frankfurt und Dank der Organisatoren um Christoph Kopp wurde nun dieser Wunsch Realität.

Seine Vorbereitung: neben Trainingswochen in unserem Camp in Kiambogo trainiert Daniel sehr gerne in seiner Heimatregion um Embu. Am Fuße des Mt. Kenya gelegen findet er dort ideale Trainingsstrecken und starke Trainingspartner. Viele Athleten scheuen sich aber davor Daniels Programm zur Gänze mitzumachen und so wechseln seine Partner immer wieder mal. Was zeichnet sein Training aus und was veränderte er im Zuge der Marathonvorbereitung? Speed ist für ihn ein Schlüssel zum Erfolg und so liebt er harte Intervalle auf der Bahn und Straße. In jeder Woche stand jeweils ein kurzes und ein langes Intervall am Programm. Kurze mit bis zu 25mal 400m (62-63sec, 100m Jogging) und Lange mit zB 10x1000m (2.45min) oder 3x5000m (unter 15min). Speziell für den Marathon wurden Longruns bis 40km ins Programm aufgenommen, wobei sich die Distanz der Longruns zum Marathon hin verkürzte und in den letzten Wochen nur mehr bei 25-30km lag. Nun lassen wir uns überraschen, was der morgige Tag für Daniel bereit hält :-). Körperlich und mental ist er vorbereitet und freut sich auf die Herausforderung.

Aufgrund der IAAF Bestimmungen für Gold Label Races wird Daniel sozusagen im run2gether Championsleague-Outfit an den Start gehen. Damit ihr ihn leichter erkennt zeigen wir Euch einige Fotos davon. Nach dem Mittagessen ist weiterhin Relaxen angesagt, ehe am Abend die letzte Phase der Vorbereitung (persönliche Getränke zubereiten, richtiges Abendessen,…) beginnt.

An diesem Wochenende ist aber nicht nur Daniel im Einsatz sondern auch unsere Esther „Njoki“ Wanjiru MACHARIA beim Dublin Marathon (am Montag 27.10.). Nach etwas durchwachsener Vorbereitung sind die Erwartungen nicht ganz so hoch, sie wird aber sicher ihr Bestes geben. Die Anreise verlief problemlos und sie fiebert in Dublin ihrem Start entgegen. Selbstverständlich ist auch der Nairobi Marathon am Sonntag für unsere Athleten ein wichtiges Event. Zahlreiche Vereinsmitglieder werden über die 21 bzw 42km versuchen sich mit guten Zeiten für Starts in Europa zu empfehlen.

Euer run2gether Team aus Frankfurt

 

1 Kommentar
  1. Hänni Urs-Kipkoech
    Hänni Urs-Kipkoech sagte:

    Congratulations to Daniels strong Marathon-debut in Frankfurt !
    He has still some more years left than the 38years old Frankfurt-Champion Mark Kiptoo. :-)
    Good look from Switzerland

    Antworten

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