Eine ganze Woche trainieren wie die Kenianer!

,
Image

Laufgast Michael Neundlinger berichtet von seiner Trainingswoche mit Run2gether auf der Hochrindl.

Ich hatte die Ehre von 31.07.-06.08.2016 beim Trainingscamp vom Run2gether auf der Hochrindl (1650m) dabeizusein. Ein Trainingscamp der besonderen Art, da man in dieser Woche den Kenyan Way lebt. Ich möchte euch hier meine Eindrücke schildern, werde versuchen mich kurz zu fassen, aber in einer Woche kommt viel zusammen.

Also am Sonntag, dem 31.07. ging es los Richtung Kärnten auf das Hochrindl, wo das run2gether Team seit heuer Station hält! Nach einer 3-stündigen Autofahrt war ich am Ziel. Man spürte die Höhe sofort an den Temperaturen, es war nämlich etwas kühl.
Also einchecken und das Zimmer beziehen. Nachdem ich das Zierbenholz-Zimmer (spezieller Baum in dieser Gegend) bezogen hatte und noch Zeit hatte, da der offizielle Teil erst um 20 Uhr begann, beschloss ich die Gegend läuferisch zu erkunden. Rein ins Laufgewand und raus. Draußen wurde ich auch gleich von einem kenianischen Läufer entdeckt, der sich sofort bereit erklärte mich zu begleiten. Also liefen wir eine lockere 6km Runde. Nach dem Lauf lernte ich die erste kenianische Sitte kennen, denn es war Teatime und ich lernte ein Getränk kennen, welches mich die ganze Woche begleiten wird, „Chai“ ein kenianischer Schwarztee mit Milch. Zuerst war ich skeptisch, aber zu meiner Verwunderung schmeckte er richtig lecker.image

Nach dem Tee ging es zum Abendessen und da gab es eine weitere Überraschung, da ich meinte das Essen sei europäisch. Dem war nicht so. Es gab das kenianische Hauptnahrungsmittel Ugali (Maisbrötchen) mit einem Kraut-Kartoffel Eintopf und Wasser. Danach bekamen wir den offiziellen Plan für die Woche und lernten die kenianischen Läufer kennen. Auch wir mussten uns vorstellen und das alles in Englisch, also auch ein Englischkurs diese Woche.

Am Wochenplan sah man schon, dass jeden Tag 2-3 Trainings am Plan stehen, auch einige Theoriestunden waren dabei. Die Trainingstage begannen jeden Morgen um 6:30 Uhr mit dem Morning Run vor dem Frühstück, der sich zwischen 6-11km bewegte.

Also ging es am Montag Morgen los. Pünktlich um 6:30 Uhr starteten wir. Ich war etwas nervös, wusste ja nicht wie schnell die losliefen, aber zu meiner Überraschung ging es sehr gemütlich los, es war eher ein Gehen und es dauerte wirklich ca. 1km bis jeder in seinem Tempo lief. Mein persönlicher Trainer Karis (ein Berglaufspeziallist) lief auch schon neben mir.image

Nach dem Morgenlauf und der Dusche ging es zum Frühstück. Dort gab es wieder Chai, Haferbrei, getrocknete Früchte, Schwarzbrot und Marmelade bzw. Honig. Als Vormittagstraining gab es ein 1-stündiges Lauftechniktraining und nach dem kenianischen Mittagessen (Nudeln mit Bohneneintopf) gab es einen regenerativen Spaziergang, danach wie jeden Tag wieder kenianischen Tee und Abendessen.

Der Dienstag begann wie der Montag, das Vormittagstraining war diesmal Speedwork (1min Vollgas,1min locker), das ganze 10 mal und wie sollte es anders sein in den Bergen, natürlich nicht flach. Am Nachmittag war dann Mobigym angesagt, wo wir Kräftigungs-, Mobilisierungs- und Dehnungsübungen lernten.

imageimageAm Mittwoch folgte ein Highlight der Mountain Morning Run, ein Longrun, bei dem wir aus 3 Stecken wählen konnten (11km, 14km, und 27km). Natürlich entschied ich mich für die 27km, wie auch zwei andere Laufgäste . Die 27km gingen auf 2300m rauf, dabei bekam ich bei 2100m extreme Probleme mit der Luft, weshalb mein Trainer beschloss mit mir nicht ganz auf den Gipfel rauf zu laufen, daher kam ich nur auf 24km. Trotzdem war es eine sehr gute Einheit für mich. image

Am Nachmittag folgte ein Regenartionslauf mit kurzen Sprinteinheiten, die per Video festgehalten wurden und am Abend bei einer Videoanalyse besprochen wurden. Auch Roman Weger war da und hielt einen Vortrag über die Marathonvorbereitung.

Der Donnerstag begann wieder mit einen lockeren Morgenlauf, zu Mittag gab es dann Hillwork (kurze Bergsprints abwechselnd zwischen 100m und 200m). Am Nachmittag lernten wir Chapati, eine weitere kenianische Spezialität, kochen.

Der Freitag gab es die Abschluss-Challenge. Ein 6,4km Lauf und 200Höhenmetern mit Wettkampfcharakter und Zeitnehmung, den ich in einer Zeit von 28 Minuten auf Platz 4 beendete. Am Nachmittag durften wir für die Kenianer etwas Europäisches kochen (Kürbiskernschnitzel, Kartoffelsalat und Tiramisu ohne Rum).

Am Samstag ging es nach dem letzte Morning Run und dem Frühstück wieder Nachhause.

Jetzt ist mein Bericht doch länger geworden, aber es gab so viele Eindrücke, dass ich wahrscheinlich gar nicht alles hier verpacken konnte, da es sonst ein Buch werden würde. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich nächstes Jahr wieder rauffahre, denn man hat nicht nur viel gelernt, sondern durch das familiäre Umfeld auch viele neue Freunde gefunden. Auch ein Trainingslager bei Run2gether in Kenia ist für mich schon eine Überlegung wert.

Ich kann euch diese Trainingswoche nur empfehlen! Vielleicht fahren nächstes Jahr ein paar Laufwunder-Kollegen mit. Ich bin sicher wieder dabei und werde die kenianische Küche auch zu Hause in meinem Speiseplan einbauen.

Vielen Dank an Michael Neundlinger für diesen lebhaften Bericht!

Euer Run2gether Team

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.