Auch wenn wir an diesem Wochenende nur mit 4 Läufern im Einsatz waren, täuscht es nicht über die Tatsache hinweg, dass die großen Berglauf-Klassiker vor der Tür stehen. Einen davon haben wir in Italien besucht.


Giir di Mont, Italien
Dem kleinen Bergort Premana in der Lombardei, ca. 20 Km westlich des Comersees gelegen, würde man auf den ersten Blick seine Bedeutung im Berglauf nicht sofort ansehen. Der Ort ist eher für seine Eisen- und Stahlbearbeitung bekannt. Dennoch finden sich hier einmal im Jahr die stärksten Bergläufer zusammen, um sich beim Giir di Mont zu messen. Der Name bedeutet die „Die Runde über die Weiden“, denn die Strecke mit seinem ständigen Auf und Ab führt über die bewirtschafteten Weiden der umliegenden Berghänge. Die „Geburt“ des Laufs reicht bis 1961 zurück, doch 1989 wurde der Lauf in seine heutige Form mit einer Streckenlänge von 32 Km gebracht. 2007 kam der Mini Giir di Mont über 18 Km dazu. Der Ritterschlag erfolgte im Jahr 2017, in dem in Premana die WMRA World Mountain Running Championships ausgetragen wurden. Schon mehrmals war die Strecke Teil des Berglauf Weltcups.
Auch wenn in diesem Jahr der Weltcup hier keinen Stopp machte, bot die 32. Ausgabe des Giir wieder alles, was diesen traditionsreichen Berglauf auszeichnet: spektakuläre Anstiege, technisch anspruchsvolle Downhills und ein begeistertes Publikum entlang der gesamten Strecke sowie im Start‑/Zielbereich in Premana. Bereits zum neunten Mal waren unsere run2gether Athleten gerngesehene Gäste. Seit unserem ersten Antreten 2015 konnten wir allerdings erst einmal den Klassiker über 32 Km gewinnen.
In diesem Jahr mussten allerdings die klassische Strecken aufgrund eines Waldbrandes umgeleitet und auf 29 Km verkürzt werden.




Starke Leistungen über 18 km
Titelverteidiger Elijah Kamau KARIUKI bestätigte seine beeindruckende Form. Er kontrollierte das Rennen von Beginn an und verteidigte seinen Sieg aus dem Vorjahr – mit einer Zeitverbesserung von fast drei Minuten und einem Vorsprung von über einer Minute.
Auch Jedidah Chepkemoi SANG, die mit Platz 2 beim Großglockner Mountain Run mehr als nur erfolgreich auf einer Bergstrecke debütierte, zeigte einen kämpferischen Auftritt. Trotz eines Sturzes im steilen Downhill wenige hundert Meter vor dem Ziel, bei dem sie leider ihren schon sicher scheinenden Sieg verlor, erkämpfte sie noch Platz 2. Kurzzeitig musste sie medizinisch betreut werden, doch später gab es Entwarnung: Der Verband konnte entfernt werden und sie blickt optimistisch nach vorne.
29‑km‑Rennen: Kampfgeist bis zum Schluss
Auf der verkürzten Giir di Mont‑Strecke zeigten Sammy Rotich CHELANGAT und Josphat Kiprotich TUEI großen Einsatz, auch wenn sie diesmal nicht um den Sieg mitkämpfen konnten.
Sammy hatte schon früh mit der Strecke zu kämpfen und lag nach der ersten von drei Bergankünften an 17. Stelle. Im letzten Streckenabschnitt arbeitete er sich jedoch beeindruckend nach vorne und belegte schließlich Platz 6.
Josphat lag zu Beginn des Rennens zwischenzeitlich sogar in Führung, verlor jedoch im extrem steilen ersten Downhill an Boden und fiel schließlich aus den Top‑Platzierungen heraus. Er erreichte das Ziel gesund, wenn auch enttäuscht und außerhalb der Top 10.




Das erste Augustwochenende bietet mit der nächsten Station der GTWS in Österreich, dem Piz Tri und dem Fletta Trail in Italien, sowie dem Klassiker Thyon-Dixence in der Schweiz eine spannende Dreiländermischung.
Euer run2gether Team

