Der vergangene Sonntag stand ganz im Zeichen der zwei großen Berg- und Traillauf-Serien. Die Golden Trail World Series feierte ihre Premiere auf kanadischem Boden und der Berglauf Weltcup der World Mountain Running Association traf sich nach einem Jahr Pause wieder am Fuße des Großglockners.
Großglockner Mountain Run, Österreich, WMRA Weltcup
Mit einem wahrlich großen Aufgebot an run2gether Läufern waren wir auf die andere Seite des Großglockners nach Heiligenblut gefahren. Mit keinem anderen Bewerb verbindet uns eine so intensive Beziehung. 2014 gewannen Läuferin Lucy Wambui Murigi und unser run2gether Co-Gründer Geoffrey Gikuni NDUNGU als erste Kenianer diesen Lauf. Seither sind wir jedes Jahr wiedergekommen (Ausnahme: Pandemiejahr 2020) und konnten bis dato mit unserem Team beim klassischen Berglauf noch weitere 11 Siege feiern.
Die Eckdaten der Strecke sind beeindruckend. Vom Start in Heiligenblut sind es 13,3 Km bis zur Kaiser-Franz-Josef-Höhe mit herausfordernden 1.300 Hm, 1.200 gehen nur bergauf. Das Härteste kommt allerdings zum Schluss, denn der Weg zur Ziellinie führt über 522 anstrengende Steinstufen.

12 Athleten zählten zu unserem Team am Sonntag. Das war eine Premiere, denn noch nie zuvor hatten wir so viele Läufer in einem Bewerb am Start. Mit Richard Omaya ATUYA, Elija Kamau KARIUKI und Ephantus Mwangi NJERI standen großglocknererfahrene Herren an der Startlinie. Sammy Rotich CHELANGAT, Mathew Kipkurui MUTAI, Josphat Kiprotich TUEI und der Nachwuchsläufer Péter LÁSZLÓ komplettierten unser Herrenteam. Richard war der Sieger beim letzten Weltcupbewerb 2024, Ephantus der Gewinner aus 2025 und Elijah konnte letztes Jahr auf den dritten Platz laufen. Sammy war vom letzten Wochenende am Mont Blanc noch etwas müde, für Josphat und Mathew war es der erster Einsatz bei einem Berglauf.
Unser Damenteam konnte sich ebenfalls sehen lassen. Mit Ruth Mwihaki GITONGA kam die amtierende Vizeweltmeisterin und zweifache Weltcupsiegerin in diesem Jahr nach Kärnten. Gloria CHEBET kannte die Strecke aus dem Jahr 2024, wo sie als Drittplatzierte das Podium erreichte. Miriam CHEPKIRUI war schon auf Bergstrecken im Einsatz, allerdings noch nie in Österreich und für die zwei Neuzugänge Jedidah Chepkemoi SANG und Lucy Wangari WAINAINA war es das erste Berglaufabenteuer. Jedidah beeindruckte mit ihrer großartigen Halbmarathonzeit von 69:00 in Madrid im März diesen Jahres und Lucy bestritt zum ersten Mal einen Lauf im run2gether Dress außerhalb Kenias.



Die Bedingungen waren großartig und so ging es um 9:00 auf die Strecke. War zu Beginn noch eine größere Führungsgruppe beisammen, kam Richard nach ca. 6 Km bereits mit deutlichem Vorsprung zur Sattelalm. Auch bei den Damen löste sich Ruth eindrucksvoll vom Feld, beide sollten ihre Führung ungefährdet auf die Kaiser-Franz-Josef-Höhe bringen. Dahinter kam es zu einem vereinsinternen Ausscheidungsrennen.
Bei den Damen lief Jedidah mit einer Minute Rückstand als zweite und Gloria wiederum eine Minute zurück als dritte ins Ziel. Miriam folgte auf dem vierten Platz, ihre Kollegin Lucy erreichte als 8. einen großartigen Top 10 Platz. Einen Vierfacherfolg bei den Damen hatten wir noch nie!



Nachdem Richard auf und davon war, matchten sich Ephantus und Elija um Platz zwei und drei. Mit zwei Minuten Rückstand auf Richard und knapp zwei Minuten Vorsprung auf Elija belegte Ephantus den zweiten Platz. Elija machte das reine run2gether Podium perfekt. Mathew, Josphat und Sammy blieben auf den Plätzen 8, 9 und 10.

Der 19-jährige Peter erreichte einen sehr beeindruckenden Einstand im Berglauf. Er wurde zweiter in der Altersklasse M15-19! Erfolgreich waren auch Teilnehmende der israelitischen Nachwuchsgruppe, die vergangene Woche bei unseren Laufwochen zu Gast waren. Die junge Noam wurde ebenfalls 2. in der Klasse W15-19.


Unsere 11 kenianischen Athleten liefen ALLE in die Top 10 – ein individuelles, wie auch mannschaftlich sehr eindrucksvolles Ergebnis! Herzlichen Glückwunsch an alle!
Ergebnisse Großglockner Mountain Run
Québec Mega Trail, Kanada, GTWS
Die 3. von 8 Station der GTWS führte die Teilnehmer erstmals nach Kanada. Die Provinz Quebec mit dem Québec Mega Trail waren die Gastgeber. Leider erhielt nur Philemon Ombogo KIRIAGO das benötigte Visum und musste so alleine nach Nordamerika reisen. Das Schigebiet des Mount Sainte Anne, ca. 35 Km nördlich von Québec, bot mit der 28,7 Km und 1400 Hm eine technisch anspruchsvolle und abwechslungsreiche Strecke, alle Herausforderungen, die ein spannendes Rennen benötigt: steile Anstiege, schwierige Downhills, sowie die Querung zweier Bäche.

Beim ersten Anstieg mit 21% Steigung über 2,4 Km warteten satte 580 Hm, der anschließende Downhill über 1,9 Km mit -15,8% ging rasant hinunter. Auf diesen beiden Abschnitte gab es eine Sonderwertung, die mit extra Punkten belohnt wurde. Anschließend wartete noch ein zweiter schwerer 1,5 Km langer Anstieg mit 300 Hm. Ab der Hälfte der Strecke ging es tendenziell bergab, aber die technische Abschnitte ließen keine Erholung zu.

Es sollten sehr anstrengende 2 Stunden für die Elite werden. Nach den ersten Kilometern wurde ersichtlich, dass es zu einem „afrikanischen Duell“ kommen sollte, denn neben Philemon waren noch 4 weitere Kenianer und der Marokkaner Elazzaaoui in der Führungsgruppe. Diese Gruppe blieb über die gesamte Distanz „unzertrennlich“. Mit wechselnder Spitze blieb das Tempo extrem hoch, niemand konnte sich entscheidend absetzen. So blieben diese sechs Läufer bis zur Ziellinie innerhalb von 48 Sekunden, dahinter gab es einen Abstand zum Rest des Feldes.


Auf dem allerletzten Abschnitt, der zweimal auch durch wasserführende Bachbette führte, wurde die Reihung der ersten Sechs noch einmal durcheinander geworfen. Nach fast 30 Km blieb Philemon mit einem hauchdünnen, 5 Sekunden kleinen Rückstand hinter dem Sieger Kiprotich. Dieser zweite Platz war hart erkämpft und glänzt dementsprechend hell.

Bei den drei Sonderwertungen (schnellste Zeit beim Anstieg, drittschnellste im Downhill und schnellste im Sprint) holte sich Philemon zusätzlich wertvolle Punkte für die Gesamtwertung. Sehr starke Leistung!


Photo Credit GTWS: ©GoldenTrailSeries® – Québec Mega Trail – Koastal Forest
Der WMRA Weltcup zieht nun weiter nach Frankreich, wo in Briançon am 18. und 19. Juli mit den Weltcuprennen 9 + 10 ein Vertical und ein Classic auf dem Programm stehen. Die GTWS macht eine kurze Pause und wird beim 4. Bewerb ihre Zelte in Österreich aufschlagen. Am 1. August treffen sich die weltbesten Athleten beim Pitz Alpine Glacier Trail.
Euer run2gether Team

