Super Erfolge beim „Super-Wochenende“

Photo Credit: Davide Vaninetti - #Mountainrunning

Es war eines dieser Super-Wochenenden, an dem beinahe unser gesamtes Team in Europa im Einsatz war. Zwei Läufer kamen frisch aus Kenia, während sich die anderen in Kals am Großglockner auf die kommenden Rennen vorbereiteten. Für unser Berg- und Traillauf Team nähert sich mit den letzten Stationen in Europa beim WMRA Weltcup und in Asien bei der GTWS die Saison das große Finale. Auf unsere Straßenspezialisten warten noch einige spannende Einsätze bei bedeutenden Veranstaltungen.
In 4 verschiedenen Ländern waren Samstag und Sonntag 19 unserer run2gether Athleten bei 6 Bewerben am Start. Dank der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer war die logistische Umsetzung möglich und so schwärmte unser Team in alle Himmelsrichtungen aus. Die vielen Erfolge, die unsere Läufer erreichten, machten uns sehr stolz!

Jungrau Marathon, Schweiz
Der Klassiker mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau war mit 4000 Teilnehmern schnell ausverkauft. Auf den exakt 42,195 Km mit anspruchsvollen 1953 Höhenmetern wartete das Ziel auf dem Eigergletscher. Die ersten 25 Km verliefen „flach“, nur 250 Hm verleiten gerne zu hohem Anfangstempo, das bei den restlichen 1700 Hm schnell zum Verhängnis werden könnte. 3:00:50 war die schnellste je gelaufenen Zeit bei den Herren auf der seit ein paar Jahren etwas veränderten Streckenführung. Gleichgeblieben ist das Schlüsselstück auf den letzten 3 Km – die Moräne, die sehr häufig das Endergebnis noch einmal auf den Kopf stellen kann. Dies sollte auch am vergangenen Samstag der Fall sein.
Den Bewerb kennen wir sehr gut, ist er doch eng mit unserer Vereinsgeschichte verknüpft. 2011 starteten wir zum ersten Mal im Berner Oberland, 2013 feierte run2gether Ko-Gründer Geoffrey Gikuni NDUNGU als erster kenianischer Läufer seinen ersten Sieg bei einem Bergmarathon. Im Jahr darauf wurde er Zweiter hinter seinem Teamkollegen Michieka, unser zweiter und bislang letzter Sieg.
In diesem Jahr war ein spannendes Duo für uns am Start: der erfahrene Ultraläufer Sammy Rotich CHELANGAT und unser neues Mitglied Josphat Kiprotich TUEI, der über die Berg-Marathondistanz debütierte.

Bei großartigen Bedingungen, bedecktem Himmel und perfekten Lauftemperaturen, ging es um 8:30 los. Die beiden Kenianer Kiptoo und Tibet nutzten die erste, flache Streckenhälfte für sehr hohes Tempo. Vor allem der 50 jährige Kiptoo lief sich einen satten Vorsprung von einigen Minuten auf den Rest des Elitefelds heraus. Unsere beiden Läufer blieben geduldig in den hinteren Top 10. Lange wirkte es, als hätten sie nichts mit der Sieganwärterschaft zu tun. Doch wie gewohnt, war das Rennen bei weitem noch nicht entschieden. Kiptoo büßte sein schnelles Anfangstempo und brach komplett ein, auch Tibet kämpfte. Spannend wurde es dahinter. Sammy arbeitete sich Position für Position nach vorne und lief bei Km 39 an die Spitze des Feldes. Doch von hinten kämpften sich auch der Deutsche Hille und der Brite White heran. Sammy versuchte alles, um die Führung ins Ziel zu retten, wurde aber auf den letzten 500m von White und Hille noch eingeholt. Er erreichte einen großartigen 3. Platz! Auch Josphat machte einige Plätze gut und rettete mit 7 Sekunden Vorsprung einen 6. Platz ins Ziel. Wir gratulieren herzlich!

Ergebnisse Jungfrau Marathon

Marcialonga, Italien
Das Val di Fiemme kennen wir als olympisches Wintersportgebiet für nordische Disziplinen. Doch auch im Sommer ist es ein sportives Zentrum. Bereits zum 9. Mal waren wir beim Marcialonga Run zu Gast. Die klassische Strecke führt über 26,5 Km von Moena nach Cavalese, tendenziell abwärts, nur auf den letzten 2 Km geht es 300 Hm bergauf nach Cavalese. Seit ein paar Jahren gibt es auch eine Halbmarathonstrecke, die im Talboden endet.
Mit Dennis Cox LOPUA kam ein erfahrener Läufer nach Moena, er fühlt sich auf den 26,5 Km wohl. Collins KIPLANGAT debütierte vergangenes Jahr über die HM Distanz.

Collins dominierte die 21,1 Km und holte sich, nach seinem 2. Platz im letzten Jahr, nun den Sieg. Dabei war er um 2 Minuten schneller, als bei seinem Start 2025. Dennis erreichte auf der klassischen Strecke über die 26,5 Km, nach zwei 3. Plätzen in den Jahren 2024 und 2025, den 2. Gesamtrang. Herzlichen Glückwunsch!

Ergebnisse Marcialonga

Birell 10K Nightrace, Prag, Tschechien
Mit klaren Vorstellungen im Gepäck war Purity Kajuju GITONGA nach Prag gekommen. Ihr Ziel war es, die 30 Minutenmarke über 10 Km endlich zu unterbieten. Ihre Bestzeit lag seit Juni diesen Jahres bei 30:04. Ihr Kollege John Maina NDIRANGU sollte sie als Pacemaker für die Damenelite unterstützen. Die schnellste Dame im Feld, die Kenianerin Ndiwa kam mit einer Bestzeit von 29:47 nach Prag. Der Kärnten Läuft Sieger Raymond CHERUIYOT war als Tempomacher für den Tschechischen Rekord engagiert.

Purity startete gut und blieb hinter Pacer John. Nach 4 Km löste sie sich leicht von ihren Kontrahentinnen, es öffnete sich eine kleine Lücke. Die Durchgangszeit nach 5 Km als Führende war 14:46. Doch dann änderte sich das Bild sehr schnell, Purity musste sich zurückfallen lassen und Tempo herausnehmen. Leider hatte sie mit dem Sieg nichts mehr zu tun, eine neue PB war außerhalb der Möglichkeiten. Schließlich kam sie als 6. mit 31:04 ins Ziel. Raymond als Pacemaker der tschechischen Läufer, kam mit 28:35 und neuer PB ins Ziel!

Ergebnisse Birell 10 K

Vertical und Trofeo Nasego, Italien, WMRA Weltcup
Wir kamen mit 9 Athleten aus unserem Team nach Casto nahe Brescia.
Richard Omaya ATUYA galt als Favorit bei den Männer für den Vertical. Gemeinsam mit Patrick KIPNGENO, Philemon Ombogo KIRIAGO, Michael Selelo SAOLI, Ephantus Mwangi NJERI, Elijah Kamau KARIUKI und den Damen Ruth Mwihaki GITONGA, Gloria CHEBET und Miriam CHEPKIRUI hatten wir unser stärkstes Team am Start.

Samstag 5.9.26 Vertical Nasego
Bei sehr warmen Temperaturen war der Vertical am Samstag mit 4,3 Km und 1000 positiven Hm wie erwartet unbarmherzig. Die ersten 500 m verliefen flach, ehe es ins steile Gelände ging. Nach Km 2 waren die Anstiege so hart, dass die Athleten zum Teil die Hände benutzen mussten.

Bei den Herren war Patrick eine Klasse für sich. Er konnte seine Uphill-Härte perfekt ausspielen und siegte mit einer 3/4 Minute Vorsprung vor seinem Teamkollegen Richard. Eine klare Entscheidung, die wir so nicht erwartet hätten, denn Richard zählt zu den Weltbesten Uphill-Läufern. Patrick blieb nur 8 Sekunden über dem Streckenrekord von Richard aus dem Vorjahr. Es war sein 4. Sieg auf dieser Strecke! Mit Elijah auf dem 5., Philemon auf dem 6., Saoli 8. und Ephantus auf dem 10. Platz, hatten wir alle run2gether Athleten in den Top 10!
Für die Damen war es ein schwierigerer „Arbeitstag“, denn Ruth, in dieser Saison die stärkste Berg- und Trailläuferin im Damenteam, matchte sich mit der Österreicherin Andrea Mayer um den 3. Platz. Ruth musste Mayer den Vortritt lassen und verpasste um 8 Sekunden das Podium. Mit guten 1 1/2 Minuten hinter der Siegerin und Weltmeisterin (Uphill und Classic) Engelhard aus Deutschland hatten wir mit dem Sieg diesmal leider nichts zu tun. Miriam wurde starke 5., Gloria reihte sich auf dem 9. Platz ein.

Sonntag 6.9.26 Trofeo Nasego 
Knapp 24 Stunden nach dem Vertical war der Trofeo bereit zu starten. Der Classic über 21,450 Km mit mehr als 1300 Hm feierte in diesem Jahr sein 25. Jubiläum. Seit 2022 kamen die Sieger immer aus unseren Reihen, dabei wechselten sich Patrick und Philemon bis dato jährlich ab. Spätsommerlich warm war es auch am Sonntag, gepaart mit der anspruchsvollen Strecke waren den Athleten im Ziel die Strapazen anzusehen.

Unsere Damen revanchierten sich und zeigten ganz stark auf. Ruth bewies ihre Konstanz und Stärke über die Up- and Down Strecke und verwies Engelhard mit einer knappen halben Minute Vorsprung auf den zweiten Platz. Miriam überraschte mit einem ausgezeichneten 3. Platz und mit Gloria auf dem 5. Rang blieben alle Damen in den Top 5!
Die Herren machten es noch ein wenig besser. Philemon hielt am Sonntag die Zügel in seiner Hand. Gemeinsam mit Patrick bewältigte er als Schnellster die ersten 16 Km bis zum höchsten Punkt der Strecke, eine zarte Lücke von 6 Sekunden nahm er in den langen Downhill mit. Dort machte Philemon alles klar, er baute seinen Vorsprung auf eine Minute mit zum Ziel aus. Seine Siegerzeit von 1:30:08 bedeutete auch neuen Streckenrekord, den Patrick bis dahin inne hatte. Patrick wurde 2., Saoli 3. und Elijah sicherte sich den 4. Platz. Ephantus überknöchelte und landete auf dem 49. Rang.

Ergebnisse Vertical und Trofeo Nasego

Photo Credit: Davide Vaninetti – #Mountainrunning

Alsterlauf, Deutschland
Der 10 Km Bewerb rund um den Alstersee inmitten von Hamburg gilt trotz mehrerer Richtungsänderungen als schnelle Strecke. Stephen Mwangi NJERI war direkt aus Kenia kommend in Hamburg eingetroffen, er zählt zu unseren schnellsten Straßenläufern. Seine persönliche Bestleistung lag bei 28:30, die er 2024 in der Slowakei erreichte. Begleitet wurde er durch unseren jungen Athleten John Kareithi KARIUKI, der im Juli in Italien mit 29:56 erstmals unter 30 Minuten blieb. 

Es sollte ein Zweikampf zwischen Äthiopien und Kenia werden, denn Stephen und der Äthiopier Sileshi setzten sich schon auf den ersten Kilometern ab. Die 5 Km Zwischenzeit von exakt 14:00 deutete auf einen neuen Streckenrekord hin. Im Zielsprint setzte sich der Äthiopier durch, Stephen hatte um 3 Sekunden das Nachsehen. Die Siegerzeit von 28:09 hatte den alten Rekord um eine Sekunde unterboten. Stephens neue PB von 28:12 war ein deutliches Zeichen auf das nächste Ziel, die 28 Minuten zu unterbieten. John komplettierte das Podium als 3. und kann ebenfalls mit neuer PB von 29:22 auf eine sehr positive erste Saison als Profiathlet zurückblicken.

Ergebnisse Alsterlauf

Photo Credit: Alsterlauf @Norbert Wilhelmi

Euer run2gether Team

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