Die Hauptstadt der Tschechischen Republik ist als die Stadt der 100 Türme bekannt. Die berühmte Innenstadt lädt in vielen Gässchen zum Schlendern und Verweilen ein. Dies gilt allerdings nicht für den letzten Samstag im März, an diesem Tag wird die Stadt an der Moldau so schnell wie möglich durchlaufen.
Bei der ausverkauften 26. Ausgabe des RunCzech Prag Halbmarathons am vergangenen Samstag waren dies sogar 17.000 Teilnehmer. Der Bewerb zählt zu den Superhalfs, einer 6 Städte umfassenden Halbmarathon Serie (Lissabon, Prag, Berlin, Copenhagen, Cardiff und Valencia). Prag trägt das World Athletics Elite Label, einem Gütekriterium des Weltverbands, das neben genauer AIMS-Vermessung der Strecke, Sicherheits-,Logistik- und Nachhaltigkeitsstandards, Anti-Doping Kontrollen, auch ein hochkarätiges Elitefeld an den Start bringen muss. Die Eliteathleten müssen bestimmte WA-Rankingpunkte nachweisen, die Zeiten unter 61:48 (Herren) bzw. 70:44 (Damen) bedingen.

Seit 2014 waren wir bereits sechs Mal beim Prag Halbmarathon am Start und konnten bis jetzt allerdings nur ein einziges Mal das Podium erreichen.

Nach ihrem sensationellem Saisonstart vor einem Monat in Spanien über die 10 Km und großartiger neuen Bestleistung von 29:34 war Caroline Makandi GITONGA mit großem Selbstvertrauen nach Prag gereist. Aus dem Vorjahr brachte sie 66:26 (Ravenna) über den Halbmarathon mit, diese Zeit machte sie zu einer der Favoritinnen auf den Sieg. Begleitet wurde sie von Moses CHERUIYOT und John Maina NDIRANGU. Maina war zur Unterstützung der Damenelite nach Prag gekommen, er sollte das Tempo für die erst Gruppe machen und bei der schnellsten Dame bleiben. Moses hatte sich in der Vorbereitung in Kenia in sehr guter Form präsentiert, seine PB lag seit dem Wachau Halbmarathon 2025 bei 60:28.

Caroline und Moses hatten beide das gleiche Ziel: ein Ergebnis am Podium und eine neue Bestzeit. Caroline strebte eine Zeit unter 66 Minuten, Moses unter 60 Minuten an. Die Streckenrekorde auf der leicht welligen Route von 58:24 und 64:52 zeigten die Klasse des bisherigen Starterfeldes an. Der Renntag hatte ideale Bedingungen für die Teilnehmer parat, um 10 Uhr ging es los.

Bei den Herren bildete sich eine Gruppe von ca. 8 Läufern hinter zwei Pacemakern. Mit am Start war der Vorjahressieger und die ersten Kilometer wiesen auf einen neuen Streckenrekord hin. Ein Kenianer hielt das Tempo hinter den Tempomachern hoch, die gemeinsam eine kleine Lücke zu den Verfolgern aufmachten. Moses blieb in der Verfolgergruppe, die nach der Hälfte der Strecke wieder zum Kenianer auflief. Kurzzeitig fand sich Moses an der Spitze, ehe das hohe Anfangstempo in Richtung niedriger 58-er Zeit seinen Tribut zollte und er leider zurückfiel. Dieser Einruch kostete ihm einen Platz in den Top 5. Mit 60:00 erreichte er als 7. das Ziel, blieb zwar fast eine halbe Minute unter seiner bisherigen schnellsten Zeit, aber dennoch ein wenig hinter seinen Erwartungen.

Das Damenrennen verlief völlig anders. Von der Startlinie an war Caroline die dominierende Dame. Bereits auf den ersten 2 Km konnte sie einen kleinen Vorsprung auf die Verfolgerinnen aufbauen. Mit Maina an ihrer Seite – er war für die schnellste Dame zuständig – erhöhte sie den Druck auf ihre Konkurrentinnen stetig. Bis zur Hälfte war der Vorsprung auf 20 Sekunden angestiegen. Ab Km 15 begann sich allerdings das hohe Tempo ein wenig zu rächen und Caroline musste im letzten Teil sehr kämpfen. Der Vorsprung auf die Kontrahentinnen blieb allerdings konstant und somit war ihr Sieg ungefährdet.
Zum ersten Mal in unserer Vereinsgeschichte stand eine run2gether Athletin am obersten Stockerl in einem RunCzech Bewerb! Mit 66:16 erreichte Caroline zwar die angestrebte neue persönliche Bestleistung, eine 65-er Endzeit blieb ihr dieses Mal um ein paar Sekunden noch verwehrt. Doch dies ist sicherlich nur eine Frage der Zeit! Nur 10 (!) Damen waren 2026 weltweit schneller als Caroline!

Wir freuen uns auf die weiteren Rennen mit ihr!

Ergebnisse RunCzech Prague Half Marathon

Photo Credit: RunCzech Generali Prague Half Marathon

Euer run2gether Team